Herbstlaub im Garten: Wo es bleiben darf – und wo es weg muss
03. September 2026Wenn sich die ersten Blätter gelb, orange und rot färben, hält der Herbst langsam Einzug in den Garten. Was am Baum noch wunderschön aussieht, sorgt auf Rasenflächen, Wegen und in Beeten allerdings schnell für jede Menge Arbeit. Also Rechen raus und alles weg? Nicht unbedingt. Denn Herbstlaub ist keineswegs nur lästiger Gartenabfall. Richtig eingesetzt, kann es sogar ausgesprochen nützlich sein.
Entscheidend ist, wo das Laub liegt. An manchen Stellen darf es gerne bleiben, an anderen sollte es regelmäßig entfernt werden.
Auf Beeten darf Laub bleiben
Unter Sträuchern, Hecken und auf vielen Beeten ist eine lockere Laubschicht durchaus willkommen. Sie schützt den Boden vor starken Temperaturschwankungen und kann dazu beitragen, dass Feuchtigkeit länger im Boden gehalten wird.
Gleichzeitig wird das Laub nach und nach von Bodenorganismen zersetzt. So gelangen Nährstoffe zurück in den natürlichen Kreislauf und die Humusbildung wird unterstützt.
Auch für zahlreiche kleine Gartenbewohner ist Herbstlaub wertvoll. Insekten und andere Kleintiere finden zwischen den Blättern geschützte Rückzugsorte. Ein Garten muss deshalb im Herbst keineswegs bis in die letzte Ecke „aufgeräumt“ sein.
Dabei gilt allerdings: Eine lockere Schicht ist sinnvoll – dicke, nasse und zusammengeklebte Laubmassen sind es nicht. Empfindliche Pflanzen sollten außerdem nicht vollständig unter einer schweren Laubdecke verschwinden.
Vom Rasen sollte das Laub runter
Was im Beet hilfreich sein kann, bekommt dem Rasen deutlich weniger gut. Bleibt eine geschlossene Laubschicht längere Zeit liegen, erreicht weniger Licht und Luft die Gräser. Unter feuchtem Laub entsteht zudem ein Klima, das beispielsweise Pilzerkrankungen begünstigen kann.
Deshalb sollte Falllaub regelmäßig vom Rasen entfernt werden. Das gilt besonders nach Regen oder wenn größere Mengen auf einmal heruntergekommen sind.
Praktisch: Trockenes Laub lässt sich beim letzten Mähen teilweise mit dem Rasenmäher aufnehmen und zerkleinern. Das Gemisch aus Rasenschnitt und zerkleinertem Laub kann anschließend – in geeigneten Mengen – kompostiert werden.
Auf Wegen wird nasses Laub zur Rutschgefahr
Auf Gartenwegen, Terrassen, Treppen und Einfahrten hat Herbstlaub dagegen nichts verloren. Besonders in Verbindung mit Regen kann eine scheinbar harmlose Blätterschicht ausgesprochen rutschig werden.
Hier geht es also weniger um die Gesundheit des Gartens als um die Sicherheit. Regelmäßiges Entfernen verhindert außerdem, dass sich Blätter über längere Zeit auf Belägen zersetzen und Verschmutzungen hinterlassen.
Wohin mit dem gesammelten Laub?
Wer einen größeren Garten mit mehreren Laubbäumen besitzt, kennt das Problem: Innerhalb weniger Tage entstehen erstaunliche Mengen.
Doch nicht alles muss sofort entsorgt werden. Ein Teil des gesunden Laubs kann beispielsweise kompostiert werden. Auch ein Laubhaufen in einer geschützten, wenig genutzten Gartenecke ist eine Möglichkeit. Er bietet verschiedenen Kleintieren einen Rückzugsort und kann über die Wintermonate weitgehend sich selbst überlassen werden.
Zerkleinertes Laub lässt sich außerdem in geeigneten Bereichen als dünne Mulchschicht verwenden. Dadurch bleibt ein Teil der im Garten entstandenen organischen Substanz direkt vor Ort.
Bei krankem oder stark von Schädlingen befallenem Pflanzenmaterial ist allerdings Vorsicht geboten. Dieses sollte nicht einfach im Garten verteilt werden.
Der Herbstgarten muss nicht perfekt aufgeräumt sein
Ein komplett von jedem Blatt befreiter Garten mag ordentlich aussehen – notwendig ist das jedoch nicht. Moderne Gartenpflege bedeutet vielmehr, bewusst zu entscheiden, wo Ordnung wichtig ist und wo die Natur etwas mehr Raum bekommen darf.
Rasenflächen und Wege werden freigehalten, während unter Gehölzen oder in geeigneten Beetbereichen durchaus etwas Herbstlaub liegen bleiben kann.
So wird aus vermeintlichem Gartenabfall ein natürlicher Helfer – und vielleicht bedeutet das beim nächsten herbstlichen Arbeitseinsatz sogar ein paar Quadratmeter weniger, die geharkt werden müssen.
